Beschritungsobjekte (Teil 1)

Beschriftungsobjekt Bemaßung

Blattplanung

In dieser Serie werde ich versuchen Licht in die Thematik Beschriftung zu bringen.

Zeichnen ist die eine Sache. Kreativität und gelegentlich auch mal Einsteins „zur Seite denken“ führen i.d.R. jeden ans Ziel, doch erst die korrekte Bemaßung und Beschriftung machen einen Plan wertvoll, denn dann kann ich das Objekt meiner Phantasie auch in 1:1 reproduzieren.

In AutoCAD gibt es fünfeinhalb Beschriftungsobjekte: Den Text, die Bemaßung, Multiführungslinien, gerne vergessen, die Schraffur und bedingt auch Blöcke, i.d.R. solche die man lesen muß, bspw. Symbole wie Brandschutzzeichen oder ähnliches und das Halbe ist der Linientyp. Bei einer gestrichelten Linie kann ich zwar die Eigenschaft: Beschriftung nicht aktivieren, aber die gestrichelte Linie verhält sich wie ein Beschriftungsobjekt, dazu später mehr.

Nehmen wir zunächst die Bemaßung unter die Lupe. Nehmen wir folgende Prämissen an. Sie müssen die Zeichnung (Bild s.u.) auf ein A4h inklusive Stempel darstellen, es soll ein Maßstab eingestellt werden.

Die Mustermannnummer
Dieses Objekt bekommen Sie incl. Stempel im Maßstab 1:12 auf ein A4 Hochformat.

Sicherlich gibt es andere Wege die Aufgabe zu lösen, die Prämissen jedoch sind erfüllt. Und zur Verdeutlichung wurde der ungünstige Maßstab 1:12 gewählt. Das Papier hat die Größe eines DinA4-Formates, die Größe der Zahlen der Bemaßung wurde auf 2.5mm belassen, das entspricht dem Schriftgrad 10 (ergo 1 Schriftgrad = 0.25 mm). Alles ist angenehm lesbar und so soll es auch sein. Am einfachsten ist dies zu erreichen, indem vor Projektbeginn der Maßstab und das Blattformat geprüft werden, wie in diesem Fall geschehen. Meistens werden die Prämissen durch den Maßstab bestimmt, es muß also etwas in einem zweckmäßigen Maßstab dargestellt werden, bspw. im Bauwesen M 1:1000, M 1:500, M 1:200, M 1:100, M 1:50, M 1:20, M 1:5, etc., manchmal bestimmt aber auch der Drucker die Prämissen.

Machen Sie mit und zeichnen zunächst die vereinfachte Zeichnung (s. Bild unten).

Obwohl hier ein größerer Maßstab gewählt werden könnte, stellen Sie bitte M 1:12 ein, der Platz wird noch für Details gebraucht.
Obwohl hier ein größerer Maßstab gewählt werden könnte, stellen Sie bitte M 1:12 ein, der Platz wird noch für Details gebraucht.

Dann gehen Sie in den Seiteneinrichtungsmanager und stellen ein A4 Hochformat ein (RMB auf Layoutregisterkarte oder MFL-Layout – Layout – Seiteneinrichtungsmanager). Sie ziehen ein Ansichtfenster auf (MFL-Layout – Layout-Ansichtsfenster – Rechteckig), falls noch nicht geschehen. Zur Erinnerung: Innerhalb des Ansichtsfensters doppelklicken, der Rahmen des Ansichtsfensters wird fett und Sie zoomen jetzt in der Zeichnung. Ein Ansichtsfenster ist also ein „Guckfenster“ auf den Modelbereich. Mit einem Doppelklick, außerhalb des Ansichtsfensters schließen Sie das Ansichtsfenster wieder und Sie zoomen das Zeichenblatt. Stellen Sie nun im Ansichtsfenstermaßstab (s. Bild unten) den Maßstab M 1:12 ein. Beachten Sie das der Ansichtsfenstermaßstab erst eingeblendet wird, wenn ein Ansichtsfenster aktiv ist (Doppelklick innerhalb des Ansichtsfensters). Sollte der Ansichtsfenstermaßstab dennoch nicht angezeigt werden, klicken Sie auf eine beliebige „leere“ Stelle in der Statuszeile und setzen Sie das Häkchen bei: Ansichtsfenstermaßstab.

Erstellen Sie sich Ihre eigenen Maßstäbe
Erstellen Sie sich Ihre eigenen Maßstäbe

Vermutlich haben Sie noch keinen Maßstab 1:12, klicken Sie in diesem Falle auf Benutzerdefiniert… Im erscheinendem Popup klicken Sie auf: Hinzufügen… Im erscheinendem Popup Maßstab Hinzufügen (s. Bild unten) definieren Sie den Maßstab wie im Bild gezeigt. Das obere Feld ist ein reines Textfeld, d.h. Sie könnten hier auch Hallo reinschreiben, doch schreiben Sie bitte 1:12. Im unterem Feld wird die Zeichnungseinheit bei kleineren Maßstäben einfach abgeschrieben, bspw. M 1:10 bedeutet: 1 Papiereinheit = 10 Zeicheneinheiten. Ein größerer Maßstab, bspw. M 2:1 würden Sie wie folgt eingeben M 2:1 bedeutet: 2 Papiereinheiten = 1 Zeichnungseinheit. Selbstverständlich gilt dies alles nur im Millimeterbereich. Wie andere Bereiche sinnvoll konfiguriert werden, bspw. Meter wird an anderer Stelle erläutert.

Die Einstellungen sind nur im Millimeterbereich gültig
Die Einstellungen sind nur im Millimeterbereich gültig

Stellen Sie den Maßstab 1:12 nun ein. Panen Sie das Objekt an eine geeignete Stelle und schließen Sie das Ansichtsfenster. Wie Sie sehen ist noch viel Platz vorhanden, dieser wird später genutzt um ein Detail zu zeigen. Sie werden sehen, daß mit dieser Methode noch viel mehr vereinfacht werden kann, dazu später mehr.

Jetzt wechseln Sie wieder in den Modelbereich (klick auf Registerkarte: Model). Stellen Sie im Beschriftungs-Maßstab (in der Statuszeile rechts unten) den neu erstellten Maßstab M 1:12 ein (s. Bild unten). Das Symbol vor dem Maßstab soll ein Dreikant im Schnitt darstellen. Deaktivieren Sie die beiden Felder daneben (gelb heißt an, grau heißt aus).

In Teil 2 wird die Beschriftungssteuerung in der Statuszeile genauer erläutert
In Teil 2 wird die Beschriftungssteuerung in der Statuszeile genauer erläutert

Stellen Sie nun den Bemaßungstil auf Beschriftung um (MFL-Beschriftung – Bemaßung – Bemßsungsstil) Bemaßen Sie die vereinfachte Zeichnung wie vorgegeben (Bild s.o). Die Bemaßungswerkzeuge finden Sie in der MFL-Beschriftung – Bemaßung (Siehe Blog Bemaßung).

Die Bemaßung wird in einer geeigneten Größe dargestellt. Kein Wunder, denn wir haben auch den Maßstab M 1:12 vorab ermittelt (Erfüllung der Prämissen) und der Stil: Beschriftung, sowie der gewählte Beschriftungsmaßstab erledigen den Rest. In diesem Fall, da wir keine Voreinstellungen geändert haben entspricht die Texthöhe der Bemaßungszahlen 2.5mm oder Schriftgrad 10.

Die Bemaßung ist in der richtigen Größe platziert und kann durch den Stil nun beliebig gesteuert werden. Dazu später mehr. Analog funktioniert das natürlich auch mit allen anderen Maßstäben. Das ist auch die Erklärung der Eigenschaft Beschriftung: „Ich bleibe immer gleich groß, egal in welchem Maßstab ich mich befinde“.

Im Teil 2 vertiefen wir diese Überlegungen und fügen die Bemaßung des Details hinzu.

 

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